Regel Nr. 1:
Lieber zuviel als zuwenig trinken
Am besten geeignet sind Wasser, Mineralwasser mit wenig Kohlensäure, leichter, am besten ungesüßter Früchte- oder Kräutertee sowie stärker mit Wasser oder Mineralwasser verdünnte, natursüße Fruchtsäfte wie etwa Apfel- oder Zitrussäfte. Isotonische Getränke (Sportlergetränke) sind eigentlich nur im Sportbereich sinnvoll.
Ungeeignet sind Getränke, deren Gehalt an Zusätzen wie Zucker, Koffein, Fetten, Kohlehydraten und anderen Stoffen deutlich über dem der Obengenannten liegt. Insbesonders Kaffee, Schwarzer Tee und Alkohol entwässern, statt den Flüssigkeitsspiegel anzuheben. Von Limonaden, Soft-Drinks, Fruchtnektaren und normalfetter Milch ist abzuraten, da sie neben Flüssigkeit vor allem kalorienreiche Nahrungsmittel darstellen. Energy-Drinks sind nicht nur äußerst kalorienreich, der Koffeinzusatz macht sie als Durstlöscher ungeeignet.
Hintergrundinformation
Wasser ist der Hauptbestandteil unseres Körpers, etwa 75% unserer Körpersubstanz wird durch Wasser gebildet. Wasser findet sich in allen Zellen und allen Körperflüssigkeiten, sorgt für Kühlung, Transport von Nähr-, Schad- und Botenstoffen, die ausreichende Dünnflüssigkeit des Blutes und der Lymphe und für die "reibungslose" Funktion von Gelenken, Organen, Kreislauf und Stoffwechsel.
Die individuell verschiedene Menge dieses "Transport-, Kühl- und Lösungsmittels" - etwa 3 Deziliter pro 10 Kg Köpergewicht - sollte prinzipiell konstant gehalten werden. Flüssigkeit wird sowohl durch Getränke als auch Nahrung aufgenommen - jedoch kann durch Essen von Mischkost täglich nur etwa 1 Liter aufgenommen werden.
Ein Zuviel an Körperflüssigkeit wird bei gesunden Menschen über Nieren und Harnwege, Haut, Atemluft, sowie Dickdarm ausgeschieden, größere Flüssigkeitsverluste müssen jedoch ausgeglichen werden.Steigt die Temperatur, muß der Körper stärker gekühlt werden. Da dies durch Schwitzen geschieht, verliert der Körper Flüssigkeit durch Verdunstung auf der Haut - schon ohne größere Anstrengung bis zu 3 Liter pro Sommertag.
Wird diese Menge nicht täglich wieder zugeführt, können mit steigendem Flüssigkeitsmangel mehr und mehr Körperfunktionen nicht mehr zu 100% aufrechterhalten werden: Insbesonders Schadstoffe können nur mehr schwer ausgeschwemmt werden.
Jedoch nicht nur Hitze, auch körperliche Anstrengung durch Abreit und Sport, Schwangerschaft, Aufenthalt in großer Höhe, Erkrankungen (besonders bei Durchfall und/oder Fieber) führen zu stark erhöhtem Flüssigkeitsbedarf.Ab einem Flüssigkeitsverlust von 1-3 % des Körpergewichts beginnen Gesundheitsprobleme, die im Alltag erst sehr spät mit Flüssigkeitsmangel assoziiert werden: Der Körper ergänzt die nötige Flüssigkeit aus Blut und Gewebe, was zu dickflüssigem Blut, Durchblutungsstörungen, Schwindel und Muskelkrämpfen führt.
Allerdings bestehen auch Einschränkungen, die jedoch ärztlicherseits diagnostiziert werden müssen: Ist der Körper in seiner Funktion, überschüssige Flüssigkeit abzugeben, etwa durch Erkrankung des Herzens oder der Harnwege behindert, ist die Flüssigkeitszufuhr nach medizinischer Abklärung und getreu der gewählten Therapie zu regeln.
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Regel Nr. 2:
Lieber öfter wenig als selten viel essen
Am besten wären bei steigenden Temperaturen, aber auch bei höherer Belastung, 5-6 leichte Mahlzeiten, davon wenigstens eine warm. Ballaststoffreiche Speisen sind vorzuziehen, erfordern aber deutlich mehr Flüssigkeitsaufnahme.
Problematisch ist die Einschränkung auf ein großes Frühstück und ein noch umfangreicheres Abendessen, sofern nicht leichte "mediterrane" Mischkost gewählt wird.
Hintergrundinformation
Bei höherer Temperatur sinkt der Grundumsatz des Körpers, da die Notwendigkeit entfällt, sich energieaufwendig warmzuhalten. Die Kühlung erfordert kaum Energieaufwand, damit wird auch weniger Kohlehydrate und Fett verbrannt. Dadurch sinkt der tägliche Nahrungsbedarf.
Um die Belastung des Körpers durch Verdauungsvorgänge möglichst ausgewogen über den Tag zu verteilen und dabei möglichst Ruhezeiten im Tageslauf auszunützen, sind mehrere kleinere Mahlzeiten besser geeignet als punktuelle Überlast des Verdauungstrakts. Die dabei nötige Blutmenge wird besonders bei generellem Flüssigkeitsmangel langsam mobilisiert, die Verdauungsvorgänge sind besonders bei ungewohnterer Koste (Urlaub) verlangsamt oder teilweise unvollständig.
Auch der generelle Verzicht auf eine kohlenhydrathaltige Frühmahlzeit ist nicht sinnvoll, da hier die Glykogen (Zucker-)speicher des Körpers, die durch Arbeit und Sport sowie über Nacht entleert wurden, nicht aufgefüllt werden. Vorsicht jedoch bei stark zucker- oder fettlastigem Nahrungsangebot speziell bei Frühstück und Zwischenmahlzeiten (Marmeladen, Speiseeis).
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Regel Nr. 3:
Lieber vollwertig als einseitig essen
Grundsätzlich wird eine ausgewogene Mischkost mediterraner Prägung derzeit allerseits als besonders empfehlenswert angesehen. Vor allem ein hoher Anteil an faserreichem und wenig insulinlockendem Gemüse, Obst, Salat und Getreide ist dabei die durchaus ansprechende Leitlinie. Mageres Fleisch spielt eher die Rolle eines Würzmittels, Schwerpunkt liegt auf Vitamin- und Nährstoffversorgung. Wichtige Bereicherung des Speiseplanes: Fisch und Ölivenöl, der Anteil an tierischem Fett ist ansonsten eingeschränkt.
Problematisch ist die Einschränkung auf wenige Nahrungsmittel, seien es auch noch so empfehlenswerte und gesunde. Zum Einen besteht die Gefahr einseitiger und damit wenigstens zum Teil nicht ausreichender Nährstoffversorgung, zum Anderen ist die Attraktivität des Speiseplanes gemindert, was wiederum zu weniger Speisenaufnahme und damit Nährstoffversorgung führt. Zudem ist die Versuchung groß, nur "Lieblingsspeisen" zu sich zu nehmen, was den Kreislauf der Fehlernährung schließt.
Hintergrundinformation
Die im Sommer notwendigen Fette sind vor allem nötig, um die zugeführten Vitamine zu erschließen. Vor allem kaltgepresstes Olivenöl enthält viele ungesättigte Fettsäuren, die in der Zellmembran die Umwandlung und Verarbeitung der Vitamie beschleunigen.
Insbesonders farbenfrohes Gemüse ist eine wichtige Nahrungskomponente, da etwa mit roter und oranger Färbung das Vorhandensein von Antioxidantien einhergeht. Diese wiederum schützen den Körper u.a. vor zellschädigenden freien Radikalen. Dunkelgrüne Pflanzen wiederum sind stark eisen- und mineralstoffhaltig. Damit dieser Eisenanteil jedoch vom Körper verwertet werden kann, ist die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin C - etwa über Zitrusfrüchte - notwendig.
Fasern sind unverdauliche Pflanzen-Bestandteile, die nach dem Verzehr und bei ausreichend Flüssigkeitsaufnahme im Magen aufquellen. Dadurch werden Sättigungsgefühl ebenso wie Stuhlmenge gesteigert - dies ist wiederum wichtig zur Vorbeugung vor Verstopfung und Erkrankungen vor allem des Dickdarmes.
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Regel Nr. 4:
Je später die Stunde, desto leichter das Essen
Die Speisenmenge pro Mahlzeit sollte mit fortschreitender Tageszeit abnehmen, in jedem Fall sollte aber Hungergefühl vermieden werden.
Problematisch ist die wegen der abendlich milderen Temperaturen beliebten Gewohnheit, abends extrem umfangreiche Speisenfolgen mit oft recht schweren Gerichten zu sich zu nehmen.
Hintergrundinformation
Spätes Essen schwerer Speisen ist vor allem im Sommer belastend, wenn die während des Jahres geübten Essgewohnheiten dazu umgestoßen werden. Insbesonders bei ungewohnten Speisenfolgen und dazu gereichten Getränken kann es zu Verdauungsstörungen, Schlafbeschwerden und kreislaufstörungen kommen. Siehe auch Regel Nr. 2
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Regel Nr. 5:
Steigen Temperatur und Anstrengung, mehr trinken und leichter essen
Die Gewichtung der Nahrungsaufnahme sollte auf Temperatur und Anstrengung abgestimmt werden, d.h., die Speisenmenge pro Mahlzeit sollte reduziert und die Speisen leichtverdaulich sein, zudem sollte sehr feuchten, kühlen Speisen und natürlich Getränken der Vorzug gegeben werden.
Die Annahme, daß bei hoher körperlicher Belastung und ebensolchen Temperaturen eine entsprechend "kräftigende" Nahrung und "belebende" Getränke wie etwa Bier angebracht seien, hat sich schon seit langem als Irrtum erwiesen.
Hintergrundinformation
Die problemlose Verdauung von Speisen hängt nicht nur von ihrer Zusammensetzung, sondern nicht zuletzt vom korrekten Flüssigkeitsspiegel und den damit gesicherten Körperfunktionen ab.Speziell bei hohen Temperaturen wird der Kreislauf stark belastet - Sonne und Hitze erfordern Kühlung und damit hohen Blutzufluß in die Haut.
Dies wirkt der Verdauung und dem dazu nötigen Blutfluß in die Körpermitte entgegen und führt zu einer Doppelbelastung durch ungenügende Kühlung und zugleich ungenügend unterstützter Verdauung. Unter anderem deswegen ist von einem Aufenthalt in der Mittaghitze nach dem Essen abzuraten.
Ebenso kontraproduktiv wirkt sich der Genuß von Alkohol aus, auch wenn durch eher leichte, alkoholärmere Getränke wie Weißwein gespritzt oder Bier die Belastung durch Entwässerung etwas geringer ist als bei "Hochprozentigem".
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Regel Nr. 6:
Immer auf richtige Kühlung und Zubereitung der Nahrung achten
Zu jeder Jahreszeit ist die Lagerung und Zubereitung der Nahrung ein wichtiges Thema - ganz besonders jedoch im Sommer. Gut gekühlt, gründlich gereinigt, schonend gegart bzw, gekocht, richtig gegrillt und sorgsam aufbewahrt - dies vermeidet Verdauungsprobleme und Erkrankungen.
Leichtverderbliches ist im Sommer stark gefährdet, die Kühlkette kann (mehrfach) unterbrochen worden sein, durch falsches Grillen können in und an den Speisen krebserregende Stoffe entstehen.
Hintergrundinformation
Speziell im Sommer sind Umgang mit Nahrungsmitteln und Kochgut manchmal so lässig wie unser lockerer Kleidungsstil. Schlecht gekühlte Picknick-Mahlzeiten, Mayonaise in der Sonne, roh gegessene, ungewaschene Früchte und so weiter... schnell ist eine veritable Magen-Darm-Erkrankung die Folge.
Besondere Nachlässigkeit bzw. bereits bestandene Verseuchung kann letztendlich zu ernsten bis tödlichen Schädigungen führen: Salmonelleninfektion (z.B. Eier, Mayonaise, Geflügel) oder -seltener- Botulismus (z.B. verdorbene Konserven, Fisch) sind nicht nur eine empfindliche Störung angeregten Partytreibens.
Die beliebten Lokale und Stände an den Straßen und Stränden warmer Urlaubsorte sind oft ein Hort für Bakterien - unzureichende Hygienebedingungen lassen die Lebensmittelaufbewahrung scheitern. Bestimmte Escherichia Coli-Stämme hingegen werden vor allem durch Trinkwasser aufgenommen und können Durchfallattacken verursachen.
Auch das beliebte Grillen von Fleisch oder Gemüse kann zum Problem werden: Bei allen Versprechungen von fettarmer Zubereitung und starkem Geschmackserlebnis resultiert letzteres oft aus kokelnden Fleischteilen, in die Glut getropftem Öl und schwarzverbrutzelten Zwiebelstreifen. Alle diese "Ingredienzien" sind mäßig bis stark krebserregend:
Insbesonders gepökeltes Fleisch sollte nicht gegrillt werden. Denn aus dem Nitrit des Pökelsalzes und dem Eiweiß des Fleisches entstehen bei Hitze krebserregende Nitrosamine. Aus dem Fett, das in die Glut tropft, bilden sich schädliche Benzpyrene (aromatische Kohlenwasserstoffe), die ebenfalls zu den krebserregenden Verbindungen zählen.
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Regel Nr. 7:
Zu Hause mit der Saison, auf Reisen mit Sicherheit essen
Jede Saison hat ihre Nahrungsmittel - mit der Saison einkaufen und essen zahlt sich nicht nur für kühle Rechner aus, es ist schlichtweg ideal, um das Maximum an Vitalstoffen ohne lange Lieferwege zu erhalten.
Neben allen Problemen, die auf Reisen durch exotische Nahrungsmittel und Speisen, verschmutztes Wasser in Getränken, Eiswürfel und Speiseeis auftreten können, sind ungewohnte bakterielle Belastung bis hin zu Krankheiten der Grund für die alte internationale Reiseweisheit: Cook it, peel it or forget it (Koch´es, schäl´es oder vergiß´ es)
Hintergrundinformation
Siehe Regel Nr. 6
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