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Schwerpunkt
Ernährung im Sommer


7 Regeln für die Sommerernährung
Wichtig für Kids
Wichtig für SeniorInnen
Vitaminschwerpunkt



Sommer, Sonne, Ferienlaune!

Die Lust auf leichte Kleider wächst, die Angst vor dem Schwimmreifen um die Leibesmitte auch. Egal, das Eis zergeht auf der Zunge und klingelt in Cola und Pina Colada. Durstige Freizeitsportler knacken einen Energy-Drink nach dem anderen (bisweilen auch mit einem kräftigen Schuss Alkohol).

Im Gastgarten sitzen Senioren traut bei einigen Krügeln im Schatten zusammen. Auf der Baustelle zischen die kühlen Blonden und auf dem Griller in Nachbars Garten knuspern saftiges Steak und fette Käsekrainer im Duett. Und das alles -hoffentlich- noch viele Wochen lang. Ob das wohl gesund ist?

Die 7 Prinzipien für Glas und Teller

7 einfache Regeln sollten eigentlich genügen, um gesunde und altersgerechte Ernährung im Sommer zu sichern. Wie es so schön heißt, "macht die Dosis das Gift" - das bedeutet, daß nicht unbedingt jeder Schweinsbraten im sommerlichen Gastgarten ein ernährungsmedizinisches Fiasko darstellt.

Zumindest in Zeiten erhöhter Belastung durch Hitze und vielleicht auch durch Urlaubsstreß sollten Sie aber schon Ihrer Gesunheit zuliebe ein wenig mehr Aufmerksamkeit auf gesunde und zur Situation passende Nahrung richten. Sie müssen dann in Zukunft vielleicht auf Ihre körpereigenen "Rettungsringe" verzichten, doch dieses kleine Opfer bringen Sie wahrscheinlich gerne...

Und das sind die Regeln:

Über eines sind sich Ernährungswissenschafter aller Fraktionen jedenfalls einig: Es wird viel zu wenig getrunken, obendrein das Falsche - und viel zu schwer, fettreich und vitaminarm gegessen. Frühling, Sommer, Herbst oder Winter - 4 Jahreszeiten voller Ernährungsfehler - und dies gilt für alle Industriestaaten ebenso wie für alle Altersgruppen... daher:

Regel Nr. 1:
Lieber zuviel als zuwenig trinken

Am besten geeignet sind Wasser, Mineralwasser mit wenig Kohlensäure, leichter, am besten ungesüßter Früchte- oder Kräutertee sowie stärker mit Wasser oder Mineralwasser verdünnte, natursüße Fruchtsäfte wie etwa Apfel- oder Zitrussäfte. Isotonische Getränke (Sportlergetränke) sind eigentlich nur im Sportbereich sinnvoll.

Ungeeignet sind Getränke, deren Gehalt an Zusätzen wie Zucker, Koffein, Fetten, Kohlehydraten und anderen Stoffen deutlich über dem der Obengenannten liegt. Insbesonders Kaffee, Schwarzer Tee und Alkohol entwässern, statt den Flüssigkeitsspiegel anzuheben. Von Limonaden, Soft-Drinks, Fruchtnektaren und normalfetter Milch ist abzuraten, da sie neben Flüssigkeit vor allem kalorienreiche Nahrungsmittel darstellen. Energy-Drinks sind nicht nur äußerst kalorienreich, der Koffeinzusatz macht sie als Durstlöscher ungeeignet.

Hintergrundinformation

Wasser ist der Hauptbestandteil unseres Körpers, etwa 75% unserer Körpersubstanz wird durch Wasser gebildet. Wasser findet sich in allen Zellen und allen Körperflüssigkeiten, sorgt für Kühlung, Transport von Nähr-, Schad- und Botenstoffen, die ausreichende Dünnflüssigkeit des Blutes und der Lymphe und für die "reibungslose" Funktion von Gelenken, Organen, Kreislauf und Stoffwechsel.

Die individuell verschiedene Menge dieses "Transport-, Kühl- und Lösungsmittels" - etwa 3 Deziliter pro 10 Kg Köpergewicht - sollte prinzipiell konstant gehalten werden. Flüssigkeit wird sowohl durch Getränke als auch Nahrung aufgenommen - jedoch kann durch Essen von Mischkost täglich nur etwa 1 Liter aufgenommen werden.

Ein Zuviel an Körperflüssigkeit wird bei gesunden Menschen über Nieren und Harnwege, Haut, Atemluft, sowie Dickdarm ausgeschieden, größere Flüssigkeitsverluste müssen jedoch ausgeglichen werden.Steigt die Temperatur, muß der Körper stärker gekühlt werden. Da dies durch Schwitzen geschieht, verliert der Körper Flüssigkeit durch Verdunstung auf der Haut - schon ohne größere Anstrengung bis zu 3 Liter pro Sommertag.

Wird diese Menge nicht täglich wieder zugeführt, können mit steigendem Flüssigkeitsmangel mehr und mehr Körperfunktionen nicht mehr zu 100% aufrechterhalten werden: Insbesonders Schadstoffe können nur mehr schwer ausgeschwemmt werden.

Jedoch nicht nur Hitze, auch körperliche Anstrengung durch Abreit und Sport, Schwangerschaft, Aufenthalt in großer Höhe, Erkrankungen (besonders bei Durchfall und/oder Fieber) führen zu stark erhöhtem Flüssigkeitsbedarf.Ab einem Flüssigkeitsverlust von 1-3 % des Körpergewichts beginnen Gesundheitsprobleme, die im Alltag erst sehr spät mit Flüssigkeitsmangel assoziiert werden: Der Körper ergänzt die nötige Flüssigkeit aus Blut und Gewebe, was zu dickflüssigem Blut, Durchblutungsstörungen, Schwindel und Muskelkrämpfen führt.

Allerdings bestehen auch Einschränkungen, die jedoch ärztlicherseits diagnostiziert werden müssen: Ist der Körper in seiner Funktion, überschüssige Flüssigkeit abzugeben, etwa durch Erkrankung des Herzens oder der Harnwege behindert, ist die Flüssigkeitszufuhr nach medizinischer Abklärung und getreu der gewählten Therapie zu regeln.

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Regel Nr. 2:
Lieber öfter wenig als selten viel essen

Am besten wären bei steigenden Temperaturen, aber auch bei höherer Belastung, 5-6 leichte Mahlzeiten, davon wenigstens eine warm. Ballaststoffreiche Speisen sind vorzuziehen, erfordern aber deutlich mehr Flüssigkeitsaufnahme.

Problematisch ist die Einschränkung auf ein großes Frühstück und ein noch umfangreicheres Abendessen, sofern nicht leichte "mediterrane" Mischkost gewählt wird.

Hintergrundinformation

Bei höherer Temperatur sinkt der Grundumsatz des Körpers, da die Notwendigkeit entfällt, sich energieaufwendig warmzuhalten. Die Kühlung erfordert kaum Energieaufwand, damit wird auch weniger Kohlehydrate und Fett verbrannt. Dadurch sinkt der tägliche Nahrungsbedarf.

Um die Belastung des Körpers durch Verdauungsvorgänge möglichst ausgewogen über den Tag zu verteilen und dabei möglichst Ruhezeiten im Tageslauf auszunützen, sind mehrere kleinere Mahlzeiten besser geeignet als punktuelle Überlast des Verdauungstrakts. Die dabei nötige Blutmenge wird besonders bei generellem Flüssigkeitsmangel langsam mobilisiert, die Verdauungsvorgänge sind besonders bei ungewohnterer Koste (Urlaub) verlangsamt oder teilweise unvollständig.

Auch der generelle Verzicht auf eine kohlenhydrathaltige Frühmahlzeit ist nicht sinnvoll, da hier die Glykogen (Zucker-)speicher des Körpers, die durch Arbeit und Sport sowie über Nacht entleert wurden, nicht aufgefüllt werden. Vorsicht jedoch bei stark zucker- oder fettlastigem Nahrungsangebot speziell bei Frühstück und Zwischenmahlzeiten (Marmeladen, Speiseeis).

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Regel Nr. 3:
Lieber vollwertig als einseitig essen

Grundsätzlich wird eine ausgewogene Mischkost mediterraner Prägung derzeit allerseits als besonders empfehlenswert angesehen. Vor allem ein hoher Anteil an faserreichem und wenig insulinlockendem Gemüse, Obst, Salat und Getreide ist dabei die durchaus ansprechende Leitlinie. Mageres Fleisch spielt eher die Rolle eines Würzmittels, Schwerpunkt liegt auf Vitamin- und Nährstoffversorgung. Wichtige Bereicherung des Speiseplanes: Fisch und Ölivenöl, der Anteil an tierischem Fett ist ansonsten eingeschränkt.

Problematisch ist die Einschränkung auf wenige Nahrungsmittel, seien es auch noch so empfehlenswerte und gesunde. Zum Einen besteht die Gefahr einseitiger und damit wenigstens zum Teil nicht ausreichender Nährstoffversorgung, zum Anderen ist die Attraktivität des Speiseplanes gemindert, was wiederum zu weniger Speisenaufnahme und damit Nährstoffversorgung führt. Zudem ist die Versuchung groß, nur "Lieblingsspeisen" zu sich zu nehmen, was den Kreislauf der Fehlernährung schließt.

Hintergrundinformation

Die im Sommer notwendigen Fette sind vor allem nötig, um die zugeführten Vitamine zu erschließen. Vor allem kaltgepresstes Olivenöl enthält viele ungesättigte Fettsäuren, die in der Zellmembran die Umwandlung und Verarbeitung der Vitamie beschleunigen.

Insbesonders farbenfrohes Gemüse ist eine wichtige Nahrungskomponente, da etwa mit roter und oranger Färbung das Vorhandensein von Antioxidantien einhergeht. Diese wiederum schützen den Körper u.a. vor zellschädigenden freien Radikalen. Dunkelgrüne Pflanzen wiederum sind stark eisen- und mineralstoffhaltig. Damit dieser Eisenanteil jedoch vom Körper verwertet werden kann, ist die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin C - etwa über Zitrusfrüchte - notwendig.

Fasern sind unverdauliche Pflanzen-Bestandteile, die nach dem Verzehr und bei ausreichend Flüssigkeitsaufnahme im Magen aufquellen. Dadurch werden Sättigungsgefühl ebenso wie Stuhlmenge gesteigert - dies ist wiederum wichtig zur Vorbeugung vor Verstopfung und Erkrankungen vor allem des Dickdarmes.

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Regel Nr. 4:
Je später die Stunde, desto leichter das Essen

Die Speisenmenge pro Mahlzeit sollte mit fortschreitender Tageszeit abnehmen, in jedem Fall sollte aber Hungergefühl vermieden werden.

Problematisch ist die wegen der abendlich milderen Temperaturen beliebten Gewohnheit, abends extrem umfangreiche Speisenfolgen mit oft recht schweren Gerichten zu sich zu nehmen.

Hintergrundinformation

Spätes Essen schwerer Speisen ist vor allem im Sommer belastend, wenn die während des Jahres geübten Essgewohnheiten dazu umgestoßen werden. Insbesonders bei ungewohnten Speisenfolgen und dazu gereichten Getränken kann es zu Verdauungsstörungen, Schlafbeschwerden und kreislaufstörungen kommen. Siehe auch Regel Nr. 2

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Regel Nr. 5:
Steigen Temperatur und Anstrengung, mehr trinken und leichter essen

Die Gewichtung der Nahrungsaufnahme sollte auf Temperatur und Anstrengung abgestimmt werden, d.h., die Speisenmenge pro Mahlzeit sollte reduziert und die Speisen leichtverdaulich sein, zudem sollte sehr feuchten, kühlen Speisen und natürlich Getränken der Vorzug gegeben werden.

Die Annahme, daß bei hoher körperlicher Belastung und ebensolchen Temperaturen eine entsprechend "kräftigende" Nahrung und "belebende" Getränke wie etwa Bier angebracht seien, hat sich schon seit langem als Irrtum erwiesen.

Hintergrundinformation

Die problemlose Verdauung von Speisen hängt nicht nur von ihrer Zusammensetzung, sondern nicht zuletzt vom korrekten Flüssigkeitsspiegel und den damit gesicherten Körperfunktionen ab.Speziell bei hohen Temperaturen wird der Kreislauf stark belastet - Sonne und Hitze erfordern Kühlung und damit hohen Blutzufluß in die Haut.

Dies wirkt der Verdauung und dem dazu nötigen Blutfluß in die Körpermitte entgegen und führt zu einer Doppelbelastung durch ungenügende Kühlung und zugleich ungenügend unterstützter Verdauung. Unter anderem deswegen ist von einem Aufenthalt in der Mittaghitze nach dem Essen abzuraten.

Ebenso kontraproduktiv wirkt sich der Genuß von Alkohol aus, auch wenn durch eher leichte, alkoholärmere Getränke wie Weißwein gespritzt oder Bier die Belastung durch Entwässerung etwas geringer ist als bei "Hochprozentigem".

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Regel Nr. 6:
Immer auf richtige Kühlung und Zubereitung der Nahrung achten

Zu jeder Jahreszeit ist die Lagerung und Zubereitung der Nahrung ein wichtiges Thema - ganz besonders jedoch im Sommer. Gut gekühlt, gründlich gereinigt, schonend gegart bzw, gekocht, richtig gegrillt und sorgsam aufbewahrt - dies vermeidet Verdauungsprobleme und Erkrankungen.

Leichtverderbliches ist im Sommer stark gefährdet, die Kühlkette kann (mehrfach) unterbrochen worden sein, durch falsches Grillen können in und an den Speisen krebserregende Stoffe entstehen.

Hintergrundinformation

Speziell im Sommer sind Umgang mit Nahrungsmitteln und Kochgut manchmal so lässig wie unser lockerer Kleidungsstil. Schlecht gekühlte Picknick-Mahlzeiten, Mayonaise in der Sonne, roh gegessene, ungewaschene Früchte und so weiter... schnell ist eine veritable Magen-Darm-Erkrankung die Folge.

Besondere Nachlässigkeit bzw. bereits bestandene Verseuchung kann letztendlich zu ernsten bis tödlichen Schädigungen führen: Salmonelleninfektion (z.B. Eier, Mayonaise, Geflügel) oder -seltener- Botulismus (z.B. verdorbene Konserven, Fisch) sind nicht nur eine empfindliche Störung angeregten Partytreibens.

Die beliebten Lokale und Stände an den Straßen und Stränden warmer Urlaubsorte sind oft ein Hort für Bakterien - unzureichende Hygienebedingungen lassen die Lebensmittelaufbewahrung scheitern. Bestimmte Escherichia Coli-Stämme hingegen werden vor allem durch Trinkwasser aufgenommen und können Durchfallattacken verursachen.

Auch das beliebte Grillen von Fleisch oder Gemüse kann zum Problem werden: Bei allen Versprechungen von fettarmer Zubereitung und starkem Geschmackserlebnis resultiert letzteres oft aus kokelnden Fleischteilen, in die Glut getropftem Öl und schwarzverbrutzelten Zwiebelstreifen. Alle diese "Ingredienzien" sind mäßig bis stark krebserregend:

Insbesonders gepökeltes Fleisch sollte nicht gegrillt werden. Denn aus dem Nitrit des Pökelsalzes und dem Eiweiß des Fleisches entstehen bei Hitze krebserregende Nitrosamine. Aus dem Fett, das in die Glut tropft, bilden sich schädliche Benzpyrene (aromatische Kohlenwasserstoffe), die ebenfalls zu den krebserregenden Verbindungen zählen.

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Regel Nr. 7:
Zu Hause mit der Saison, auf Reisen mit Sicherheit essen

Jede Saison hat ihre Nahrungsmittel - mit der Saison einkaufen und essen zahlt sich nicht nur für kühle Rechner aus, es ist schlichtweg ideal, um das Maximum an Vitalstoffen ohne lange Lieferwege zu erhalten.

Neben allen Problemen, die auf Reisen durch exotische Nahrungsmittel und Speisen, verschmutztes Wasser in Getränken, Eiswürfel und Speiseeis auftreten können, sind ungewohnte bakterielle Belastung bis hin zu Krankheiten der Grund für die alte internationale Reiseweisheit: Cook it, peel it or forget it (Koch´es, schäl´es oder vergiß´ es)

Hintergrundinformation

Siehe Regel Nr. 6

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Wichtig für Kids

Kinder lieben Abwechslung und das genaue Gegenteil... wie bitte?
Ja, genauso, wie es über Monate hindurch Nudeln mit Tomatensauce oder Pommes Frites mit Mayo und Ketchup geben kann, genauso sollte es jeden Tag etwas Neues geben.

Kinder lieben Eis, Süßigkeiten und Soft-Drinks.
Gar nicht so einfach, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, wenn man gleichzeitig einen Riesenhaufen Kalorien in sich hineingießt... und nur wenige Kids mögen Tee. Igitt - gesund...

Kinder lieben Experimente...
Grundsätzlich hat es wenig Sinn, gerade im Sommer liebgewonnene und schwer erkämpfte Ernährungsgewohnheiten umstellen zu wollen. Andererseits können durch abwechslungsreiche und durchaus exotische, spannende Kombinationen von "gesunden" Nahrungsmittel Kinder auf den Geschmack kommen - schließlich spricht nichts gegen Limette-Soda mit einem Schuss Grapefruit, Tomate und Minze, wenn es mal etwas Interessanteres als Cola sein soll - lassen Sie sie mixen...

Kinder lieben Vetrautes...
Am besten, Sie haben des Gesündeste von den vertrauten und akzeptierten Nahrungsmitteln immer mit, gerade weil es vielleicht im Sommerurlaub schwer zu bekommen ist. Tritt Nahrungsstreß auf, kann darauf zurückgegriffen werden, ohne zur Junk-Food-Konkurrenz überlaufen zu müssen..
.

Thema Soft-Drinks...
Wichtig: Soft-Drinks wenn möglich nur aus originalverschlossenen Flaschen anbieten - vor allem in Urlaubsreiseländern kein gemischtes offenes Cola und dergleichen... und auf die Eiswürfel verzichten, sie entweder ablehnen oder aus dem Drink nehmen.

Die Nahrungsmittelindustrie ist ja recht erfinderisch im Auftischen von den seltsamsten Drinks. Bunt, charakteristisch und coll sollen sie sein, und natürlich in der Nase kitzeln. Dafür lassen die Kids jährlich Millionen in den Kassen. Und schleppen Tonnen von Zucker und Aromastoffen heim.
Nur: Sie werden den Gruppendruck unter den Kindern nicht aufheben können. Lassen Sie´s also ebenso cool angehen: Immerhin kann man Softdrinks verdünnen, spritzen und mit Fruchtsäften mischen.

Neben Getränken könnte auch buntes Obst und Gemüse eine Alternative zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs sein, denn diese enthalten je nach Art oft bis zu 90 Prozent Wasser. Gurken, Tomaten, Melonen oder Erdbeeren schmecken gut, enthalten viel Flüssigkeit und eignen sich besonders gut für Kinder. Neben lebensnotwendigen Vitaminen und Mineralstoffen führen sie nebenbei Wasser zu.

Thema Eis...
Wichtig: Zur absoluten Sicherheit Eis nur aus originalverschlossenen Marken-Päckchen anbieten - vor allem in Urlaubsreiseländern kein offenes Eis kaufen, auch wenn es noch so attraktiv aussieht.

Was für Soft-Drinks gilt, gilt auch für Eis. Zumal mehr und mehr Eis aussieht und schmeckt wie Soft-Drinks und umgekehrt. Mehr wasserhaltiges Fruchteis und weniger Sahne und Schlagobers entschärft die Kalorienbombe (Sie sollten das Schlagobers auf dem Eis Ihrer Kinder aber nicht selbst essen...)

Was für Erwachsene gilt, gilt für Kids umso mehr...
...zumindest, wenn es um Flüssigkeitsaufnahme geht. Viel trinken ist auch für den kindlichen Organismus extrem wichtig, zumal, wenn Belastung durch ungewohnte Umgebung, Hitze und vielleicht bereits schwierige Nahrungsumstellung und verdauungsprobleme besteht und der Appetit nachgelassen hat. Der Lieblingssaft wirkt da Wunder - und wenn es Cola sein soll, ist es auch ok, weil Cola bei Durchfällen gemeinsam mit salzhaltigem Gebäck bereits zum durchfallstillenden, magenberuhigenden und kräftigenden Hausmittel geworden ist.

Kinder lieben es, wie Erwachsene behandelt zu werden...
Eine frühzeitige Gewöhnung an vollwertige und gesunde Ernährung fällt leichter, wenn es erstens Vorbilder gibt und zweitens Reibebäume:
Kann man sich als Kind am Tisch dadurch erwachsener fühlen, daß man "vernünftiger" bestellt, als andere, ist das gut. Auch gut ist, wenn es bereits ein Rollenmodell am Tisch gibt. Am besten, es gibt beides. Auch eigenständiges Bestellen hilft, wenn der entsprechende Geschmack schon gebildet wurde. Und schließlich - morgen ist auch noch ein Tag ...

Neben allen Problemen, die auf Reisen durch exotische Nahrungsmittel und Speisen, verschmutztes Wasser in Getränken, Eiswürfel und Speiseeis auftreten können, sind ungewohnte bakterielle Belastung bis hin zu Krankheiten der Grund für die alte internationale Reiseweisheit: Cook it, peel it or forget it (Koch´es, schäl´es oder vergiß´ es)

Hintergrundinformation (Quelle: Deutsches Institut für Ernährung)

Neueste Studien zeigen, dass gerade Klein- und Grundschulkinder zu wenig trinken. Der Säugling regelt seine Flüssigkeitszufuhr über die Muttermilch. Während der ersten Lebensmonate erhöht sich hierbei die Zufuhr auf bis zu 800 ml pro Tag. Beim Übergang zur Beikost sinkt die Trinkmenge dann wieder ab, während der Gesamtbedarf sich auf 1000 ml erhöht und sich im Verlauf der Kindheit dem Erwachsenenbedarf kontinuierlich annähert. Gerade Säuglinge sind besonders gefährdet, einen schweren Austrocknungszustand zu erleiden, da die Nieren noch nicht in der Lage sind, den Wasserhaushalt zu regulieren.

Zudem sind - bezogen auf das Körpergewicht - die Körperoberfläche, der Wasseranteil im Körper sowie der Wasserumsatz viel größer als beim Erwachsenen. Zu großen Problemen kann dies bei hohen Außentemperaturen, hoher Luftfeuchtigkeit, Fieber, Erbrechen oder Durchfall führen. Oftmals ist dann eine zusätzliche orale Ernährungstherapie oder sogar Infusionstherapie notwendig. Sehr vorsichtig sollte man daher besonders im Urlaub in wärmeren Ländern sein.

Aber auch in unseren Gebieten zeigt sich, dass besonders Klein- und Schulkinder sowie jugendliche Mädchen zu wenig trinken. Für 4- bis 9- jährige Kinder wird eine Zufuhr von 800-900 ml Getränken am Tag empfohlen. Getrunken werden jedoch nur etwa 500-700 ml, wobei die Werte für Jungen noch etwas günstiger liegen. Ausreichendes Trinken vom Kindheitsalter an gilt jedoch als Vorbeugung gegen viele Erkrankungen wie Harnsteinleiden und Krebs.Um eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu erreichen, sollten Eltern ihren Kindern auch zu den Mahlzeiten kalorienfreie oder kalorienarme Getränke wie Leitungswasser, ungesüßten Früchte- oder Kräutertee anbieten.

Ein wichtiges Lebensmittel gerade für die Kinder- und Jugendernährung ist die Milch. Milch ist vor allem eine sehr gute Calciumquelle (1200 mg/l). Calcium ist gerade im Wachstumsalter für ein optimales Knochenwachstum wichtig und zur Vorbeugung gegen Altersosteoporose. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund empfiehlt daher für 1-jährige Kinder einen Verzehr von 300 g Milch- und Milchprodukten am Tag und für 15- bis 18- jährige Jugendliche 450-500 g. Diese Empfehlung wird gerade bei den 10- bis 12- jährigen Mädchen nicht erreicht. Deshalb wird auch von vielen Stellen die Wiedereinführung oder Ausweitung der Schulmilchprogramme gefordert.

 

Wichtig für SeniorInnen

SeniorInnen trinken viel zu wenig - das Durstgefühl wurde verlernt
Noch viel stärker als andere Menschen haben SeniorInnen ein Problem mit genügend Flüssigkeitsaufnahme. Sie brauchen genausoviel Flüssigkeit, empfinden jedoch kaum Durst, denn das Gefühl dazu wird mit steigendem Alter verlernt. zudem wird oft Ekel vor viel Wasser bzw. großen Schlucken empfunden.

Senioren haben oft ein Problem mit der richtigen Aufbewahrung von Speisen
Vor allem alleinlebende ältere Menschen können oft nicht mehr so richtig einschätzen, ob Lebensmittel noch genießbar oder bereits verdorben, verschimmelt bzw. nährstofflos sind. Augenlicht, Beweglichkeit und manchmal auch Denkleitstung erlauben dies nicht mehr in genügendem Maße.
Die für den älteren Menschen zweckmäßige Ernährungsumstellung ist nicht als eine Art von Schonkost mit Energiereduktion aufzufassen, sondern sollte eine Ernährungsform sein, bei der gezielt bestimmte Änderungen vorgenommen werden, damit den früher erwähnten Alterungsvorgängen Rechnung getragen wird.

In der Praxis bedeutet dies etwas weniger salzhältige Speisen, dafür ausreichende Verwendung verschiedener Gewürze, Aufnahme von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, achten auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von täglich mindestens 2,5 l, die Nahrungszufuhr auf mehrere kleine Portionen aufzuteilen und das Abendessen spätestens zwei Stunden vor dem Zubettgehen zu verzehren.

Festzustellen ist jedoch auch, daß allzu eingreifende Ernährungsumstellungen beim alten Menschen weder notwendig noch zweckmäßig sind. Vernünftige Umstellungen im Sinne einer gesundheitsdienlicheren Ernährung sind zu begrüßen, eine radikale Kostumstellung kann jedoch die Folge haben, daß der alte Mensch dies nicht toleriert und daß durch die sich möglicherweise daraus ergebende Minderernährung einer Mangelversorgung Vorschub geleistet wird.

Was für Erwachsene gilt, gilt für Kids umso mehr...
- Morgens die Getränke vorbereiten und bereit stellen, die im Verlauf des Tages getrunken werden sollen
- Getränke immer in Reichweite stellen
- Zwischendurch immer wieder trinken
- Abwechslungsreiche Getränkeauswahl macht das Trinken attraktiver
- Trinken genießen, denn es kann zu einem gutes Essen ein Genuss sein
- Kontrolle der täglichen Trinkmenge durch ein Trinkprotokoll
- Maßvoll Süßes oder Salziges fördert den Durst

Gerade auch bei Senioren beliebt: Der Kaffee zum Frühstück, zur Jause. Ein kleines Bier zu Mittag. Und das Glas Rotwein am Abend. Und kein Tropfen Wasser dazu...
Doch Koffein- und alkoholhaltige Getränke regen ferner den Kreislauf an und fördern das Schwitzen. Daher sind sie insbesondere im Sommer nicht als Durstlöscher geeignet.

Alte Menschen sollte man nicht dazu anhalten, sparsam mit Salz umzugehen, da sie aufgrund physiologischer Veränderungen vermehrt anfällig für Störungen des Elektrolyt- und Wasserhaushaltes sind.

Hintergrundinformation (Dt. Gesellschaft für Ernährung)

Bei starkem Flüssigkeitsverlust, etwa bei einer Diarrhoe, oder bei starkem Schwitzen kann das Herzkreislauf-System zusammenbrechen. Kreislaufkollaps mit Symptomen wie Schwindel, Verwirrtheit und Bewußtlosigkeit sind mögliche Folgen, aber auch eine Verschlechterung der Hirnleistung. In den Sommermonaten passiert es nicht selten, daß ältere Menschen bewußtlos in die Klinik eingewiesen werden und sich nach alleiniger Infusion von Kochsalz-Glukose-Lösung rasch wieder erholen. Darauf hat Professor Klaus O. Stumpe von der Bonner Universitätsklinik bei einer Pressekonferenz des Vereins deutsche Salzindustrie in Düsseldorf aufmerksam gemacht.

Mangelhafte Versorgung mit Kochsalz kann auch die kognitive Leistungsfähigkeit mindern, hat Stumpe in einer Untersuchung an 20 gesunden Probanden im Alter von 65 bis 85 Jahren nachgewiesen. Die Studienteilnehmer erhielten im Cross-Over-Design jeweils eine Woche lang entweder eine salzarme Diät mit weniger als zwei Gramm Kochsalz am Tag oder eine kochsalzreiche Kost mit zwölf Gramm Salz.Nach der salzarmen Phase war die Hirnleistungsfähigkeit schlechter als nach der Phase kochsalzreicher Ernährung, so Stumpe.

Statistisch signifikante Unterschiede seien für die Informationsverarbeitungszeit, die Konzentrationsfähigkeit und das Kurzzeitgedächtnis nachgewiesen worden. Über welche Mechanismen die Hirnleistung bei mangelhafter Salzversorgung eingeschränkt wird, ist noch unklar. Pathophysiologisch bedeutsam sind möglicherweise ein zu niedriger Blutdruck und veränderte Fließeigenschaften des Blutes.Eine salzarme Ernährung zur Blutdrucksenkung sei bei alten Menschen wenig effektiv, so Stumpe.

Wegen der Gefahr eines vitalen Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes empfahl er, statt Salz zu sparen, den Obst- und Gemüseanteil in der Nahrung zu erhöhen und weniger tierische Fette zu essen. Dadurch könne der Blutdruck deutlich stärker gesenkt werden als durch eine Salzrestriktion.

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