A.ö. Landeskrankenanstalten Salzburg, 2. Chirurgische
Abteilung
5020 Salzburg, Tel.: 0662/4482-0
Adipositaschirurgie: Mit dem BMI steigt
Risiko
Fettleibigkeit(Adipositas) hat sich
im 20. Jahrhundert verdoppelt. Waren es 1996 weltweit 30.000
Adipositas-Operationen, stieg die Zahl 1999 bereits auf
100.000 Eingriffe. Laut Österr. Bundesinstitut für
Gesundheitswesen werden jährlich rund 750 Patienten
mit dem Skalpell vom Übergewicht befreit. Tendenz steigend.
Einer Erhebung des Österreichischen Statistischen Zentralamtes
sind ca. 24% (1.680.000) der ÖsterreichInnen als übergewichtig
einzustufen. Der Anteil Adipöser liegt bei 8,6% (602.000).
Der Anteil an morbid adipöser etwa bei 1% (ÖSTAT
1994)
Entscheidend für den Gesamterfolg bei der Adipositasbehandlung:
Diese muss durch ein professionelles Team, bestehend aus
Internist, Chirurg, Psychologe, Diätassistentin und
Bewegungstherapeut erfolgen.
Bei einem Übergewicht von 45 kg über dem Normgewicht
oder beim doppelten Normalgewicht spricht man von krankhafter
Fettleibigkeit (morbider Adipositas). Diese morbide Adipositas
stellt nicht nur ein ästhetisches Problem dar, sondern
verrindert signifikant die Lebensqualität aber auch
die Lebens--erwartung: Das Ansteigen der cardiovaskulären
Erkrankungen, Anstieg von Diabetes weit überpropor-tional
im Verhältnis zum Übergewicht, Gallensteinerkrankungen,
Gelenkschäden als Folge von Adipositas sind nur einige
der adipositasassoziierten Begleiterkrankungen.
Die Berechnungsgrundlage für die Klassifizierung der
Adipositas ist der Body Mass Index ( BMI) (Körpergewicht
in kg geteilt durch Körpergrösse in Meter zum
Quadrat). Bei Patienten mit einem BMI von mehr als 40 führt
der chirurgische Eingriff zu einer signifikanten Reduzierung
der Begleiter-krankungen.
CHIRURGISCHER EINGRIFF IST NUR DER BEGINN
Die chirurgische Behandlung hat sich als die eine wesentliche
Möglichkeit herausgestellt, einen sicheren, kosteneffizienten
und medizinisch signifikanten Gewichtsverlust zu erreichen.
In Österreich wurde durch Univ. Prof. Dr. Emanuell
HELL, Vorstand der Chirurgischen Abteilung des A.ö.
Krankenhauses Hallein und Univ. Doz. Dr. Karl MILLER, Chirurgische
Abteilung des LKA Salzburg ein Modell entwickelt, das einen
erwiesener Maßen langfristigen Erfolg verspricht:
Ein Team, bestehend aus InternistIn, ChirurgIn, PsychologIn,
DiätassistentIn und BewegungstherapeutIn begleiten
den Patienten - erforderlichenfalls ein Leben lang.
ZIEL DES CHIRURGISCHEN EINGRIFFS
Der operative Eingriff am Magen führt dazu, dass die
Nahrungsaufnahme und/oder die Absorption der Nahrung im
Magen-Darm-Trakt eingeschränkt wird. Dabei erfährt
der Magen durch Einlegen eines – verstellbaren - Bandes
eine sanduhrförmige Einengung. Diese neue Methode der
Mageneinengung zur Behandlung der morbiden Adipositas erfolgt
laparoskopisch, d.h. ohne grossen Bauchschnitt. Nach Entfernung
eines Bandes ist die Rückführung des Magens in
seinen ursprünglichen Zustand möglich.
DER DURCHSCHNITTLICHE GEWICHTSVERLUST
Durchschnittlich kann nach einer solchen "Gastric-Banding-Operation"
nach
- 3 Monaten mit etwa 20 Prozent
- 6 Monaten bis zu 40 Prozent
- 1 Jahr bis zu 58 Prozent
- 4 Jahre bis zu 65 Prozent des Überschussgewichts
(Excessive Weight Loss) erreicht werden.
Im Durchschnitt wird ein BMI von praeoperativ 44 auf 31
nach 4 Jahren erreicht.